Mit Pikachu ins Weltall: Levi verteidigt Vizemeistertitel bei der DJEM 2026

ChessyLevi1

Mit einer Silbermedaille im Gepäck kehrt die Schleswig-Holstein-Delegation von der Deutschen Jugend-Einzelmeisterschaft (DJEM) 2026 in Willingen zurück. Levi konnte seinen Vizemeistertitel in der U16 erfolgreich verteidigen und sich erneut den zweiten Platz sichern. Doch wie jeder Pokémon-Trainer weiß: Hinter einem starken Ergebnis steckt selten nur ein einzelnes Pokémon, sondern ein ganzes Team, sowohl vor Ort als auch zu Hause.

Wie jedes Jahr wartete die Schleswig-Holstein-Delegation gespannt auf die Enthüllung des streng geheimen Delegationsmottos. Traditionell wird dieses erst bei der Eröffnungssitzung in Willingen bekannt gegeben. Die Spannung war entsprechend groß. Die Überraschung ließ nicht lange auf sich warten: Die diesjährigen Delegationsshirts strahlten in kräftigem Gelb und zeigten niemand Geringeren als Pikachu. Während die Deutsche Schachjugend die DJEM 2026 unter das Motto „Weltall“ gestellt hatte, schickte Schleswig-Holstein kurzerhand eine Delegation von Pokémon-Trainern ins All.

Und als wäre das noch nicht genug gewesen, lief Delegationsleiter Malte Ibs die gesamte Woche über mit seiner inzwischen legendären Pikachu-Mütze durch die Turnierhallen. Damit war endgültig klar: Schleswig-Holstein hatte sich voll und ganz dem Pokémon-Motto verschrieben.

Wer Malte suchte, musste eigentlich nur nach Pikachu Ausschau halten. Ob früh morgens, spät abends oder irgendwo zwischen Turniersaal, Analysezimmer und Freizeitprogramm, er war praktisch immer ansprechbar. Und das nicht erst während der Meisterschaft. Bereits Wochen vor der DJEM liefen bei ihm Planung, Organisation und Kommunikation auf Hochtouren. Man könnte sagen: Während andere noch Pokébälle sortierten, hatte Malte die gesamte Arena längst vorbereitet.

Die DJEM ist Jahr für Jahr das größte und aufwendigste Jugendschachturnier Deutschlands und für viele junge Schachspielerinnen und Schachspieler der Höhepunkt des gesamten Schachjahres. Wer einmal dabei war, versteht schnell, warum.

Neben den Deutschen Meisterschaften organisiert die Deutsche Schachjugend jedes Jahr ein beeindruckendes Rahmenprogramm mit zahlreichen schachlichen und außerschachlichen Veranstaltungen. Von Blitzturnieren über Problemlösewettbewerbe bis hin zu Freizeitangeboten und kreativen Aktionen wird nahezu jede freie Minute genutzt. Wobei „freie Minute“ auf der DJEM durchaus unterschiedlich definiert wird. Die oft jüngeren Teilnehmerinnen und Teilnehmer oder auch Spielerinnen und Spieler mit etwas mehr Luft im Turnierplan können viele der Angebote intensiv nutzen. Wer dagegen an den Spitzenbrettern um die vorderen Plätze kämpft, oder dahin möchte, bewegt sich häufig in einer anderen Umlaufbahn.

An Doppelrundentagen kommen schnell bis zu elf Stunden Spielzeit zusammen. Dazu gesellen sich Vorbereitung, Analyse und die verzweifelte Suche nach einem Zeitfenster zum Essen. Während andere vielleicht gerade beim Freizeitprogramm unterwegs sind, versucht mancher Spieler noch immer herauszufinden, warum sein Gegner im 27. Zug einen scheinbar harmlosen Bauern geopfert hat. Manche sammeln in dieser Woche Erinnerungen an Workshops und Aktionen, andere sammeln Varianten im Mittelspiel.

Umso beeindruckender ist es, was die Deutsche Schachjugend Jahr für Jahr auf die Beine stellt. Organisation, Atmosphäre und Vielfalt machen die DJEM zu einem außergewöhnlichen Turnier, das seinem Ruf als aufwendigstes Jugendschachturnier im Kalenderjahr gerecht wird.

Ein großes Dankeschön gilt auch dem Trainer- und Betreuerteam rund um Malte Ibs. Mit viel Engagement, Fachwissen und Geduld begleiteten sie die Delegation durch die gesamte Woche und standen den Spielerinnen und Spielern jederzeit zur Seite. Auch innerhalb der Schleswig-Holstein-Delegation war zu spüren, dass alle gemeinsam für den Norden unterwegs waren. Schließlich reist man nicht jeden Tag mit Pikachu durch das Weltall, um Schach zu spielen.

So endet eine Woche voller Springergabeln, Sternennebel, Zeitnotphasen und gelber T-Shirts. Das SH-Motto wird im nächsten Jahr wieder ein anderes sein, wir sind schon jetzt gespannt.

Yvonne Malinowsky